Am Sonntag nach Pfingsten, in diesem Jahr am Sonntag, dem 31. Mai, feiert die Kirche den Dreifaltigkeitssonntag und lädt uns ein, das Kernstück des christlichen Glaubensmysteriums zu betrachten: ein Gott in drei Personen, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Diese grundlegende Wahrheit des Glaubens, die in Worten so schwer auszudrücken ist, lässt sich dennoch ganz einfach in den Gesten und Gebeten des Alltags nachvollziehen, vor allem, wenn man sich bekreuzigt.
Am 11. Februar 1858 ging Bernadette in Begleitung ihrer Schwester und einer Freundin zu Felsen Massabielle am Fluss des Gave, um Tierknochen und Treibholz zu sammeln. Als sie ihre Strümpfe auszog ,um den Bach zu überqueren und zur Grotte zu gehen, vernahm sie ein Geräusch, das wie ein Windhauch klang. Sie blickte zur Grotte hinauf: „Ich sah eine in Weiß gekleidete Dame: Sie trug ein weißes Gewand, einen ebenfalls weißen Schleier, einen blauen Gürtel und an jedem Fuß eine gelbe Rose.“ Von Angst gepackt , will Bernadette reflexartig ihren Rosenkranz hervorholen, um ein Kreuzzeichen zu machen und so den Schutz von oben zu erhalten, aber ihr Arm gehorcht ihr nicht; bis die Dame, die sie auf dem Felsen sieht, ein besonders erhabenes Kreuzzeichen macht: im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Wo begenet uns in Lourdes die Heilige Dreifaltigkeit?
Das große Abenteuer der Erscheinungen beginnt, wie alle Feiern in der Kirche, mit einem Kreuzzeichen, das den dreifaltigen Gott anruft. Bernadette Soubirous begann jede ihrer achtzehn Begegnungen mit der Jungfrau Maria mit dem Kreuzzeichen. Sie tat es langsam und tiefgründig. Maria zeigte ihr in der Stille den Weg der Besinnung und des Gebets, eines Betens, das sich auf die Dreifaltigkeit hin öffnet.
Diese einfache Geste des Kreuzzeichens, „ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes “, enthält den ganzen Reichtum des Glaubens. Sie markiert den Anfang und oft auch das Ende des Gebets, wie eine Eingangstür zum Geheimnis Gottes.
Während der Heiligen Messe wird dieses Geheimnis zweimal deutlich bekundet, zu Beginn der Messe mit den Worten „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ und beim Schlusssegen vor der Aussendung; außerdem werden drei kleine Kreuze auf der Stirn, den Lippen und dem Herzen gemacht, um das Tagesevangelium entgegenzunehmen. Einige Gläubige bekreuzigen sich auch nach der Kommunion oder während der Segnung. Dies ist eine schöne Geste des Glaubens und des Vertrauens in die Heilige Dreifaltigkeit.
Während der Marianischen Lichterprozession, die jeden Abend in der Saison um 21.00 Uhr stattfindet, heben die Pilger und Besucher in Lourdes ihre Kerzen in die Höhe und preisen die Herrlichkeit Gottes in seiner Dreifaltigkeit:
„Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie es war am Anfang, jetzt und in alle Ewigkeit. Amen.“
Diese liturgische Formel ist ein an die Dreifaltigkeit gerichteter Lobpreis, ein gesungenes oder rezitiertes Echo dessen, was Bernadette in der Stille vor der Grotte von Massabielle erlebte: die Aufnahme Gottes in der Fülle seiner dreifaltigen Liebe.
Lourdes wird durch seine Einfachheit und Tiefendimension zu einem Ort, an dem uns die Dreifaltigkeit nahegebracht wird. Die Botschaft Marias, die ganz auf Christus ausgerichtet ist und im Geist gelebt wird, führt zum Vater. Und diese trinitarische Bewegung ist genau das, was die Kirche im Hochfest des heutigen Sonntags feiert: die ewige Liebe, die zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist fließt; sie berührt uns mitten im Herzen!
Als Bernadette Ordensschwester wurde, wurde sie von einer Barmherzigen Schwester in Nevers gefragt: „Was muss man tun, um sicher zu sein, dass man in den Himmel kommt? „ Bernadette antwortete sofort: ‚Das Zeichen des Kreuzes sorgfältig zu machen, ist schon viel.‘“
Programm für den Sonntag der Heiligen Dreifaltigkeit
11.15 Uhr: Heilige Messe in der Kirche Rosenkranzbasilika.
14.00 Uhr: Den Spuren Bernadettes folgen (Treffpunkt im Informationszentrum)
15.30 Uhr: Rosenkranz an der Grotte von Lourdes oder selbstständige Durchführung des Pilgerwegs.
– Den Felsen berühren
– Wasser aus der Quelle trinken
– Eine Kerze für persönliche Anliegen entzünden.
17.00 Uhr: Eucharistische Prozession mit Krankensegnung
21.00 Uhr :Marianische Lichterprozession.